Jüdische Geschichte

Verschiedene Gedenkorte und historische Zeugnisse erinnern an das wichtige Kapitel der Weikersheimer Stadtgeschichte. Ein Gremium aus aktiven und ehemaligen Mitgliedern des Gemeinderates sowie Regionalhistorikern beschäftigt sich mit der jüdischen Geschichte in Weikersheim. Durch ihre würdevollen Aktionen lebt die Geschichte derjenigen weiter, die aufgrund ihres Glaubens verfolgt und ermordet wurden. 

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Stolpersteine in Weikersheim

An fünf verschiedenen Orten in der Kernstadt wurden insgesamt 16 Stolpersteine verlegt. Die Verlegung fand am 10. März 2022 in einem würdevollen und feierlichen Rahmen statt. Der Künstler Gunter Demnig, der die Stolpersteine entwarf reiste an um die Stolpersteine persönlich zu verlegen. Die Stolpersteine wurden vor den Häusern der damaligen Bewohner eingesetzt und erinnern an ihre Geschichte.
An folgenden Gebäuden wurden die Stolpersteine verlegt:

Marktplatz 6: Familie Emrich
Hauptstraße 43: Familie Ascher
Hauptstraße 27: Thekla Königsberger
Friedrichstraße 5: Familie Selz
Bahnhofstraße 1 und 6: Familie Wolfsheimer

Andächtige Menschen bei der Stolpersteinverlegung in Weikersheim
© Christel Nowak
Verlegung der Stolpersteine des Künstlers
© Christel Nowak
Verlegung der Stolpersteine des Künstlers
© Christel Nowak

Stolpersteine in Bronn

Im Weikersheimer Teilort Bronn wurden am 30.06.2023 vier Stolpersteine verlegt. Die tragischen Geschichen von Paula Nicklas, Boleslav Galus, Heinz Paczkowski und Maria Löwenguth wurden durch die Verlegung der Stolperstein wieder zum Leben erweckt. Die Stolpersteine wurden vor dem Haus Nr. 7 verlegt, dem damaligen Hof, auf dem die Geschichte geschah. Anschließend zur Stolpersteinverlegung fand in Honsbronn eine Gedenkfeier an der Hinrichtungsstätte von Boleslaw Galus statt. Bürgermeister Nick Schuppert und Rolf Mailänder erinnerten an das schreckliche Geschehen. Zu Ehren von Boleslaw Galus und der Erinnerung an alle, die unter der schrecklichen Gewalt und Unterdrückung litten wurde ein Kranz niedergelegt.

Stolpersteine der Beteiligten
© Ulrike Wittfeld
Musikalische Begleitung durch den Posaunenchor Elpersheim
© Rainer Pickrahn
Gedenkstette an Boleslav Galus mit Kranz
© Ulrike Wittfeld

Jüdischer Friedhof

Grabsteine auf dem Jüdischen Friedhof
© Ulrike Wittfeld

Der jüdische Friedhof liegt abseits von Weikersheim auf einer Anhöhe in der Nähe der Straße nach Honsbronn. Er diente von 1730 bis 1941 als Begräbnisstätte für Jüdinnen und Juden aus Weikersheim, Laudenbach und Tauberrettersheim. In den ersten Jahren wurden auch Tote aus der jüdischen Gemeinde Niederstetten hier begraben. Zeitweise diente der Friedhof auch als Grabstätte für jüdische Gemeinden aus dem Landkreis Würzburg.
Seit 2016/17 ist der jüdische Friedhof in den Jüdischen Kulturweg Hohenlohe-Tauber aufgenommen. Dieser Weg verbindet neun Kommunen mit jüdischer Geschichte in den drei Landkreisen Schwäbisch Hall, Hohenlohe und Main-Tauber. Der jüdische Friedhof kann besichtigt werden. Den Schlüssel für den Friedhof kann man im Bauamt der Stadtverwaltung Weikersheim abholen. Es wird um Beachtung der jüdischen Feier- und Gedenktage gebeten, an denen der Friedhof nicht besichtigt werden kann. Grundsätzlich sind alle jüdischen Friedhöfe am freitags ab 13.00 Uhr und samstags geschlossen.

Frau Michaela Bauer

Vorzimmer Stadtbauamt

Marktplatz 7
97990 Weikersheim