Die
„blaue Kappe“
Ein Blick in die Geschichte des Strafvollzugs
Die „Blaue
Kappe“ wurde mit der Stadtmauer um 1390 als Befestigungsturm erbaut und diente
auch als Gefängnis des seit 1360 bestehenden Centgerichts.
Die „armen Sünder“ waren in den Zellen von der Verhaftung bis zum Prozess
und der Hinrichtung eingesperrt. Das Centgericht tagte im Freien unter einer
Linde im heutigen Gewann "Galgen." Dort war auch die Hinrichtungsstätte.
In der „Blauen Kappe“ saß als prominenter Häftlinge u.a. der Stukkateur Gerhard
Schmidt, Schöpfer der Medaillons mit den Heldentaten aus der römischen Geschichte
im Schloss. Im Streit hatte er den gräflichen Schreiber Michael Pohlheimer
ermordet.
Im Jahre 1602 wurde der Bau erneuert und mit der charakteristischen Zwiebelhaube
versehen. Diese wurde im 19. Jahrhundert, als der Turm in städtischen Besitz
kam, abgebrochen und durch das heutige Dach ersetzt.
Im Inneren kann man sich noch ein lebhaftes Bild vom Leben der Häftlinge in
vergangenen Zeiten machen.



