Der
Gänsturm im Wandel der Zeiten
Der „untere Torturm“, der zusammen mit der Stadtmauer um 1320 erbaut wird, ist fest eingebunden in das damalige Verteidigungs- und Nachrichtensystem. Es stand mit dem Wartturm auf dem Winterberg in Sichtkontakt.
Unter dem Grafen Carl Ludwig wird er „im 1721er Jahr fast ganz neu auffgebauet.“ Er erhält damals die für die Barockzeit charakteristische Zwiebelhaube und ein Glöcklein, „das bey Justifizierung eines armen Sünders geläutet hat.“
Im April 1945 wird der Turm schwer beschädigt. Nach dem Krieg sicherte man den Gänsturm in seiner reduzierten Höhe und versah ihn mit einem flachen Zeltdach.
Schon 1950 gibt es auch Planungen zur Wiederherstellung der barocken Haube, die nun verwirklicht wurden. Hier muss jedoch deutlich betont werden, dass diese Rekonstruktion kein denkmalpflegerisches Anliegen ist.
Der Torturm prägt in hohem Maße das Straßenbild der Hauptstraße. Mit seinen mehrfachen baulichen Veränderungen ist jeweils auch ein Wandel des Stadtbildes verbunden. Vergleichen Sie es vor Ort selbst!



Vor
der Rekonstruktion wird der historische Bestand des Gebäudes eingehend untersucht.
Als Beispiel ist hier eine Kartierung der Befunde an der südlichen Außenmauer
durch den Bauforscher Johannes Gromer und den Restaurator Michael Helget zu
sehen.
Die
historischen Bauteile sollen soweit wie möglich gesichert werden.