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Wieder enorme Gastfreundschaft erfahren
Bürgermeister Klaus Kornberger hatte die Reise schon längere Zeit
geplant. Nach seiner Wiederwahl wollte er nicht allzu lange warten,
um seiner ungarischen Kollegin Ilona Nagy einen Besuch abzustatten.
Mit ihm reiste sein Stellvertreter Günter Breitenbacher, die Kultur-
und Öffentlichkeitsbeauftragte der Stadt, Astrid Hackenbeck, als
auch der Journalist Thomas Weller vom Partnerschaftskomitee.
Zwei Tage lang hielt sich die vierköpfige Delegation in der Partnerstadt
auf und war erneut von der Gastfreundschaft, gepaart mit viel Herzenswärme,
tief beeindruckt. Ein Besuch in der Grundschule, in einem Ganztageskindergarten,
im Gymnasium, ein Zusammentreffen mit der Verwaltungsspitze und
Gemeinderäten im Rathaus stand auf dem Programm als auch ein Gespräch
im katholischen Pfarramt und ein Interview mit dem örtlichen TV-Sender,
das mit Bürgermeister Klaus Kornberger geführt werden sollte. Auch
für eine kleine Rundfahrt durch Dunaföldvár und zum Konversionsgebiet
der früher in der Stadt stationierten russischen Armee wurde Zeit
eingeräumt. Ein straffes Programm, das trotzdem Zeit für intensive
Gespräche und freundschaftliche Kontakte übrig ließ.
Wenn auch der Schnee auf den Straßen so manches überdeckte, es bleibt
noch viel zu tun in Dunaföldvár. Gleichwohl konnten 28 Straßen asphaltiert
oder ganz neu gebaut werden, die Altstadtsanierung dank großer EU-Förderung
schreitet voran. Überall an den Straßen ist mit großen Schildern
sichtbar, dass die Europäische Union hier erstmals kräftig investiert.
Immerhin übernimmt die EU 90 Prozent der Kosten für die Altstadtsanierung
und dem Straßenbau.
Doch wer einen Blick etwa in die Klassenräume des örtlichen Gymnasiums
"Magyar László" werfen konnte, der war ob der puristischen Einrichtung,
sprich kahle Wände, abgewirtschaftete Stühle und Tische, drei verschieden
große Tafeln an der Wand, überrascht. Kein Wunder, dass so mancher
der Delegation feststellte, dass ein Vergleich mit unseren Verhältnissen
zeige, dass wir "in Deutschland auf sehr hohem Niveau jammern".
Für die Ungarn indes ist das Standard. Der Kontakt mit ihnen war
herzerfrischend. Immer fühlten sich die Gäste willkommen und wurden
mit einem Lächeln empfangen. Man nahm sich Zeit für ein ausführliches
Gespräch mit einer Übersetzerin und immer hatten die Gastgeber ein
Geschenk parat.
Der Direktor des "Magyar László"-Gymnasium, János Veisz überreicht
Bürgermeister Klaus Kornberger ein Geschenk und bedankte sich erneut
für den gut funktionierenden Schüleraustausch.
In der Grundschule etwa hatten Lehrerinnen mit Schülern, die Deutsch
lernen, Dialoge auf Deutsch einstudiert und sogar ein kleines Kammerkonzert
eingeübt. Da hörte man kein Jammern, nur Bitten, etwa beim Gespräch
im Sitzungssaal des Dunaföldvárer Rathauses, die heimische Wirtschaft
aus Weikersheim doch für eine Kooperation mit Ungarn zu motivieren.
Die Stadtoberhäupter bekräftigten die Bedeutung der Partnerschaft.
Ilona Nagy freute sich sehr über den Besuch ihres Kollegen und der
Delegation und auch Klaus Kornberger konnte berichten, dass für
dieses Jahr Besuche von den Weikersheimer Quartiersgebern als auch
von Schulen und dem Sportverein geplant sind. Festgezurrt wurde
weiterhin eine nächste Begegnung mit den Dunaföldvárer Chören Cantemus
und Anamatia sowie dem Weikersheimer Erasmus Widmann-Chor. Ein gemeinsames
Konzert soll es im Herbst in der ungarischen Partnerstadt geben.

Besuch in der Grundschule.
Dass die Partnerschaft von den Dunafödvárern mit viel Herzblut getragen
wird, wurde auch dadurch erkennbar, wer alles im Hintergrund mit
arbeitet, damit es den Gästen aus Deutschland an nichts fehlt. Da
kochen die Ehefrauen der ungarischen Gastgeber und servieren Fleisch,
Gemüse, Reis und eine Torte zum Nachtisch.

Edle Tropfen lagern in den Weinkellern von Dunaföldvár.
Noch eines wurde deutlich: die Ungarn kennen sich im Weinbau aus
und wollen sich in diesem Bereich noch mehr qualifizieren. Mit kleinen
Weinproben konnten sich die deutschen Gäste davon überzeugen. Da
ist ein großes Potenzial, das die Ungarn mehr und mehr ausschöpfen.
Text: Astrid Hackenbeck
Fotos: Günter Breitenbacher
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