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Weinbau in Weikersheim
Der Erbauer der Stadtkirche, Konrad von Weinsberg, hat 1419 nicht
nur die Stadtkirche erbaut, sondern auch ein Rebengewinde mit Traubenrelief
gestiftet. So berichtet eine Weinchronik.
Der Beginn des Weinbaues in Weikersheim dürfte im 11. Jahrhundert
gelegen haben. Im Jahre 1219 fielen durch erstmalige Nennung 30
Morgen Weinberge an den Deutschorden, die man sich ein Jahr später
schnell wieder zurückholte. Man hatte bereits im 11. Jh. erkannt,
dass die Hänge und der Muschelkalkboden vorzügliche Weine lieferten
Auch die geistlichen Herren verschmähten nicht den Weikersheimer
Wein. Im Gegenteil: 1224 ging der Weinzehnt an das Hochstift Würzburg.
1516, so heißt es in der Chronik, gab es viel und guten Wein. Mit
dem kostbaren Tropfen wurde regelrecht verschwenderisch umgegangen.
Denn statt Wasser wurde beim Bau der Stadtmauer Wein verwendet!
Es gab offenbar genug davon.
Eine Blütezeit des Weinbaues begann mit dem Grafen Wolfgang II 1560
bis 1600. Für die Weikersheimer Bürger war die Grafschaft Arbeit-
und Brotgeber. Die Haupteinnahmequelle war der Weinbau. Weikersheimer
Weine waren überall beliebt und bekannt. Um den Weinbau zu forcieren,
blieben junge Weingärtner 7 Jahre frei von Gült und Zehnt. Durch
den Grafen erhielt der Weinbau eine Wende. Neben dem vorherrschenden
Weißwein holte er sich 1560 Rotweinreben vom Neckar. In seinen eigenen
Nachzuchtgärten wurden die Reben im Schloss vermehrt. Der erste
Rotwein wurde in Weikersheim angebaut. 1726 wurde erstmals vom Reichskloster
Fulda der Name "Tauberschwarz" erwähnt.
Mit dem Grafen Carl Ludwig erlebte der Weinbau in Weikersheim und
Umgebung seinen Höhepunkt im Jahre 1708. Eine stattliche Weiß- und
Rotweinfläche ist gewachsen. Der Weinbau wurde eifrig betrieben.
Bäcker, Schmiede und Handwerksbetriebe, sogar Wirte hatten zusätzlich
noch Weinberge. Zur Zeit des Grafen betrieben rund 100 Familien
Weinbau - heute sind es nur noch gut 10 Familien. 1727 wurden auf
dem Karlsberg die Weinberge angelegt. Um 1858 wurde der Weikersheimer
Weingärtnerverein gegründet.
Die Steinriegel sind "steinerne Zeugen" des damaligen Weinbaus in
Weikersheim und seinen Teilorten Laudenbach, Elpersheim und Schäftersheim.
Jährlich findet bei der "Kärwe" eine Präsentation der Weikersheimer
Weine auf dem Marktplatz statt.
Quelle: Otto Mündlein (Weingärtner)
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