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Neujahrsempfang Weikersheim Bürgermeister ohne Sorgen:
"2011 war Jahr der Superlative" Steuer sprudelte wie nie - Rücklagenbildung
trotz Investitionen
Klaus Kornberger eröffnet das Dienstjahr regelmäßig mit einer
Kür: Vergnüglich, heiter und beschwingt starten Bürgermeister, Vertreter
von Wirtschaft und Vereinen, Schulen und Kirchen gemeinsam mit Gästen
aus nah und fern ins neue Jahr.
Mit dem Bundestagsabgeordneten Alois Gerig, Landrat Reinhard Frank,
dem andtagsabgeordneten und ehemaligen Minister Wolfgang Reinhart,
den Fraktionsvorsitzenden von CDU (Manfred Schaffert) und den Grünen
(Rainer Moritz) im Kreistag und gleich sechs Bürgermeister-Kollegen
aus Creglingen, Igersheim, Niederstetten, Bad Mergentheim, Röttingen
und Tauberrettersheim war die Politik breiter denn je beim Weikersheimer
Jahresauftakt vertreten. Und nicht nur die: Auch Banken und Wirtschaft,
Vereine aus der Stadt und der Region waren mit mehreren Neujahrsgästen
vertreten. So voll wie heuer war's noch selten beim Neujahrsempfang
in der Aula des Gymnasiums.
Nach dem ereignisreichen Jahr 2011 waren die Gäste auf Kornbergers
üblicherweise launigen Kommentare gespannt, mit denen er zum Jahreswechsel
zurückzuschauen pflegt. Der Bürgermeister startete angesichts des
ausufernden Schirme-Lagers im Entree heuer sozusagen englisch, mit
Blick aufs Wetter: Im Vorjahr war zur gleichen Zeit bereits das
Streusalz knapp geworden, erinnert Kornberger. Ein Jahr war es,
das ausreiche für drei bis vier, so pickepackevoll und atemlos verlief
es. "Außenpolitisch spektakulär, innenpolitisch bemerkenswert",
so Kornbergers Kurzresümee. Der arabische Frühling, in Japan Erdbeben,
Tsunami und die Fukushima-Kernschmelze, die in Deutschland die Energiewende
einleitete und Baden-Württemberg die neue grün-rote Landesregierung
bescherte. "2011 hatte einfach andere Dimensionen". Im Jahr der
Finanz-, Schulden- und Eurokrise wurden reichlich Rettungsschirme
aufgespannt und Hebel angesetzt, mit denen sich ja die Physikerin
Angela Merkel auskennenen müsse - aber angesichts der vielen Nullen
auf den Rechenblättern sei die Bundesregierung kaum noch zum Regieren
gekommen, witzelte Kornberger. Auch Bundespräsiden Wulff bekam sein
Fett weg: Wer habe wohl vor einem Jahr für möglich gehalten, dass
Banken froh darüber sein könnten, eben keinen Bundespräsidenten
zu den Kunden zu zählen? Ein bisschen Häme für die Bahn, die nach
dem Winterchaos 2010 nachrüstete und jetzt einfach keinen Winter
bekommt; munter verballhornte Kritik an der deutschen Finanzverwaltung,
die je nach Standort oder Sitzbank auf die Buden-Currywurst einmal
sieben, einmal 19 Prozent Mehrwertsteuer erhebt. Fast schon schnodderig
kommentiert Kornberger den demografischen Wandel: "Mehr Trieb braucht's
ja bei uns grundsätzlich", denn Deutschland schaut "so langsam einfach
zu alt aus." Mit der Folge, dass man in einerseits zwar noch dabei
sei, "Kitaplätze für unsere Prinzessinnen und überdrehten Fernsehjunkies"
auszubauen, andererseits aber "Hauptschulen unter Denkmalschutz"
stelle.
Was seine Kommune anbelangt, ist das Stadtoberhaupt stolz: JuJutsu-Kämpfer
und DLRG-Schwimmer werben als Deutsche-, Europa- und sogar Weltmeister
für die Stadt, und die Steuereinnahmen sprudelten 2011 kräftiger
denn je. Das und gut zwei Millionen Zuschüsse vom Land ermöglichte
Investitionen, unter anderem fürs Feuerwehrgerätehaus, den Laudenbacher
Hochbehälter, den Turnhallenboden - und natürlich den lang ersehnten
Ortsdurchfahrts-Ausbau in Queckbronn. Der in der Bürgerkonferenz
begonnene Dialog werde weitergehen, unterstrich Kornberger in seiner
Rede. Man wolle die Bürger weiterhin einbeziehen in die Gestaltung
von Bildung und Betreuung und er erwähnte hier die energetische
Sanierung des Kindergartens in Schäftersheim, sowie die seit Jahresbeginn
bereits bestehende 3. Krippengruppe im kommunalen Kindergarten in
Weikersheim. Kornberger sprach die Ver- und Entsorgung an, wie den
Bau eines Dükers mit Tauberunterquerung und den Bau eines Regenüberlaufbeckens
ebenfalls in Elpersheim. Auch im Bereich des Straßenverkehrs stehe
ein neuer Kreisel an der Stadtbücherei auf der Aufgabenliste. Hinzu
kommen die Sanierung der Wasserversorgung und der Abwasserleitungen
sowie die Wohnumfeldgestaltung im Bereich der Badgasse, Wilhelm-
und Kronenstraße. Im Bereich der Daseinsvorsorge werde ein neues
Hilfslöschfahrzeug für die Feuerwehr angeschafft. Auch auf die Baugebietserschließung
in Elpersheim wie eine neue Urnenwand auf dem Friedhof Elpersheim
wird großen Wert gelegt. Für die heimische Wirtschaft werden die
Rahmenbedingungen weiter verbessert und maßgeschneiderte Bebauungspläne
aufgestellt werden. Und selbstverständlich stehe die Weiterentwicklung
des ehemaligen Otto-Geländes auf dem Plan. Zur Visualisierung einer
Stadthalle soll ein Wettbewerb ausgelobt werden. Zugesagt ist ferner
seitens der Stadt ein wesentlicher Beitrag zum Thema der regenerativen
Energiegewinnung: Dabei sei das Energieforum willkommener Berater.
Auch für 2012 werde gelten "Kultur ist das, was uns ausmacht". Highlight
dürfte der Weltkongress der Jeunesses Musicales International werden,
der im Juli in Weikersheim stattfindet.
Glückwünsche zum Neuen Jahr überbrachte Prof. Dr. Wolfgang Reinhart,
MdL, der auf die gute Position Deutschlands im Vergleich zu anderen
europäischen Ländern verwies. Er ermutigte die Stadt ihren Weg konsequent
weiter zu gehen und meinte, dass eine neue Stadthalle in Zeiten
eines niederen Zinsniveaus dieser Perle im Taubertal gut anstehen
wird.
Nicht nur im europäischen, sondern auch im Zeitvergleich gehe es
Deutschland gut, betonte auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Alois
Gehrig. Zwar treffe der demografische Wandel auch den Ländlichen
Raum, der aber biete immense Ressourcen für Erneuerbare Energien,
es gebe also guten Grund für Zuversicht.
Das sieht auch Landrat Reinhard Frank so. Mit der Zukunftsinitiative
will sich der von etlichen Metropol-Regionen umgebene Main-Tauber-Kreis
auch der Herausforderung des demografischen Wandels stellen.
Für gute Stimmung beim Neujahrsempfang sorgten nicht nur die launigen
und ermutigenden Beiträge der Redner, sondern auch das Bläserquintett
der Jugendmusikschule Bad Mergentheim unter der Leitung von Franz
Reinhardt.
Text: Inge Braune
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Bürgermeister Klaus Kornberger hält
seine vie launige Neujahrsrede

Minister a.D. Prof. Wolfgang Reinhart sprach ein Grußwort

Das Blechbläser-Quintett der Jugendmusikschule Bad Mergentheim
unter der Leitung von Franz Reinhardt umrahmte musikalisch den Neujahrsempfang

Landrat Reinhard Frank |